Wie wirkt der Säure-Basen-Haushalt auf deine Haut?

Wie wirkt der Säure-Basen-Haushalt auf deine Haut?

Wahrscheinlich hast du schon vom Säure-Basen-Haushalt des Körpers gehört und auch, dass man diesen in Balance halten soll. Doch was ist eigentlich damit gemeint? Der Säure-Basen-Haushalt ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Systeme, mit denen der Körper für einen konstanten pH-Wert im Blut sorgt.
In den meisten Fällen kann sich der Körper mit Hilfe seiner eigenen Puffersysteme selbst helfen, diesen Wert zu regulieren, so dass er über den Tag verteilt durchaus mehrmals schwanken kann, besonders nach den Mahlzeiten. Es ist zum Beispiel auch ganz normal, dass ein Test des pH-Wertes am Morgen zu sauren Werten führt, denn der Körper nützt die Schlafphase, um überschüssige Säuren im Körper zu binden und dann am Morgen auszuscheiden.

V
iele Menschen kämpfen aber heutzutage mit einem unausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt und viele ahnen nicht, dass eine Übersäuerung des Körpers für ihre Beschwerden verantwortlich ist oder zumindest maßgeblich an deren Entstehung beteiligt war. In diesem Fall schaffen die natürlichen Puffersysteme es nicht, das Blut immer wieder in einen neutralen Zustand zu bringen und es müssen je nach Ursache unterschiedliche Maßnahmen zur Normalisierung des pH-Wertes getroffen werden.


Wie zeigt sich eine Übersäuerung?

Eine Übersäuerung deines Körpers kann sich auf viele Arten zeigen. Der Klassiker ist wohl das "saure Aufstoßen", womit dein Magen bereits anzeigt, dass hier Säuren gebildet werden, die das System belasten. Aber auch deine Haut leidet unter saurem Blut und zeigt es dir auch deutlich.

Die Haut ist tatsächlich das größte Organ des Menschen und sie ist eines der Organe, die Schadstoffe aus unserem Körper abtransportieren. Wenn jetzt vermehrt Gifte und Säuren aus dem Körper ausgeschieden werden müssen, reagiert die Haut auf diesen Mehraufwand schnell überfordert. Hautprobleme sind deshalb häufig ein Anzeichen dafür, dass mit deinem Säure-Basen-Haushalt etwas nicht stimmt. Die ersten sichtbaren Anzeichen für eine Übersäuerung des Körpers könnten sein:

-
fahle Haut
- schlaffes Bindegewebe
-
Cellulite
- unreine Haut
- Augenringe
- entzündliche Prozesse

Hinter Akne verbirgt sich deshalb häufig eine Übersäuerung. Die sogenannte Azidose führt zur vermehrten Hornhautbildung, der Talg kann nicht mehr richtig abfließen, die Poren verstopfen und entzünden sich.
Jeden Tag laufen in unserem Körper unzählige Stoffwechselvorgänge ab, bei denen beispielsweise Nahrung in Energie umgewandelt wird, damit wir leben können. Dabei fallen auch eine Reihe von Stoffwechsel-Endprodukten an, die der Körper nicht mehr weiter verarbeiten kann. Diese Endprodukte werden über Leber, Darm, Haut, Lunge und Nieren ausgeschieden. Zu den Endprodukten zählen Giftstoffe, Schlacke und Säuren.
Dabei verändert sich beim gesunden Menschen der pH-Wert im Blut über den Tag laufend und die  notwendige
Regulation desure-Basen-Haushaltes, um den pH-Wert im Blut zu stabilisieren, läuft "automatisch" ab. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle. So regulieren den Säure-Basen-Haushalt vor allem die Nährstoffe aus unserer Ernährung, indem diese sauer oder basisch verstoffwechselt werden. Aber auch wenn wir atmen oder uns körperlich betätigen, fällture als Abfallprodukt der Energiegewinnung in den Zellen an. Extrem betriebener Sport sorgt also auch für übersäuerte Muskeln (der Muskelkater ist ein Ergebnis davon).

Hier die wichtigsten Faktoren, die zu einer Übersäuerung des Körpers beitragen:

- tierische Lebensmittel wie Milch, Fleisch, Eier, Wurst, Käse
- Sojaprodukte
- alle zuckerhaltigen Lebensmittel, besonders Süßigkeiten
- Kohlensäure (Sprudel, Sekt etc.)
- Cola und andere Softdrinks
- Kaffee und Alkohol
- Nikotin
- Weißmehl und Backwaren
- die meisten Medikamente
- Stress, Ärger, Sorgen
- übertriebener Sport

Wie du siehst, sind es ganz alltägliche Lebensmittel und Lebensumstände, die eine Übersäuerung des Körpers vorantreiben können. Und das ist gut so! Denn so hast du viele Möglichkeiten, an verschiedenen Stellen in den Prozess einzugreifen und deinen Körper zu unterstützen.



Den Säure-Basen-Haushalt regulieren

Ich empfehle dir, eine Säure-Basen-Tabelle zur Hilfe zu nehmen, damit du einen Überblick erhältst, welche Lebensmittel auf welche Weise im Körper verstoffwechselt werden. Denn auf unseren ersten Eindruck ist hier kein Verlass. Tatsächlich ist es so, dass Zucker in allen Formen zu Säure verarbeitet wird und beispielsweise Zitronen in Base umgewandelt werden.
Doch nicht nur die Ernährung solltest du betrachten, es gibt auch noch weitere Maßnahmen, deinen Säure-Basen-Haushalt zu regulieren.
Hier habe ich dir einige sehr effektive Möglichkeiten
aufgelistet:

1. Viel trinken!
Das schwemmt Säuren und Giftstoffe aus dem Körper und schiebt den Körper automatisch in den basischen Bereich. Am besten du trinkst 2-3 Liter Wasser ohne Kohlensäure oder basischen Tee (z.B. Kräutertee) am Tag.

2. Basenbad
Wenn du eine Badewanne hast, ist das die schnellste Möglichkeit zu entsäuern und besonders wirkungsvoll bei Unreinheiten (besonders auch am Rücken oder Dekolleté).
Du gibst Basebad-Pulver nach Anweisung auf der Packung oder alternativ 2 EL Natron in ein Vollbad. Die Temperatur des Wassers sollte bei 36-38 °C liegen (körperwarm).  Bade darin 20-30 Minuten, maximal eine Stunde. Du kannst heißes Wasser nachlaufen lassen, füge dann aber auch entsprechend Basenpulver hinzu, damit die Lösung nicht zu dünn wird. Verwende keine Körperpflegemittel, weder im Bad noch mehrere Stunden nach dem Bad.
Ein Vollbad pro Woche reicht völlig aus. Oder du gönnst dir
zwei bis drei Mal wöchentlich ein basisches Fußbad.

3. Bestimmte
Lebensmittel reduzieren
Versuche Kaffee, Alkohol, F
leisch, Weißmehlprodukte und Süßigkeiten für mehrere Wochen zu vermeiden, vielleicht kannst du sie danach auch dauerhaft reduzieren oder ganz weglassen. Greife dafür herzhaft zu bei allen basischen Lebensmittel (wie Kartoffeln, Gemüse, Vollkornprodukte - nimm eine Tabelle zur Hilfe). Es geht ja nicht darum, dass du weniger isst, sondern dass du das Richtige isst :)

Natürlich kannst du einen schon jahrelang übersäuerten Körper nicht über Nacht neutral machen. Aber teste doch meine Tipps mal drei Monate lang und schau, was sich verändert. Willst du deinem Körper und deiner Gesundheit wirklich etwas Gutes tun, dann kannst du danach bei einer
dauerhaft basenreichen Ernährung bleiben. Das ist die effektivste Möglichkeit, Haut und Körper auf natürliche, aber wirkungsvolle Weise laufend zu entsäuern, zu entschlacken und zu entgiften.
Dabei sollte die Nahrungsaufnahme aus 80 % basischen und 20 % säurebildenden Lebensmitteln bestehen.


Noch mehr Informationen zu deiner Haut, was ihr gut tut und was nicht, zur Ernährung und allgemeinen Unterstützung deiner Gesundheit und vieles mehr findest du in unserem Blog. Trage dich auch gerne in den Newsletter ein und erhalte jeden neuen Blogartikel brandaktuell zugesandt.

 

 

  Autorin: Anika Heinen, Kosmetikerin mit Spezialisierung auf Hautprobleme und Gründerin von Pure Skin Concept