Wie funktioniert unsere Haut?

Wie funktioniert unsere Haut?


Wie funktioniert unsere Haut?
 

Bei dem Wort Organ denkt man ja eher an solche Klassiker wie Leber, Niere, Herz usw. Doch auch unsere Haut ist nach wissenschaftlicher Definition ein Organ. Und sie hat gleich mehrere wichtige Funktionen: Sie umhüllt unseren Körper schützend, bewahrt ihn vor dem Austrocknen und ist wichtig für die Regulierung unserer Körpertemperatur. Im gesunden Zustand schützt uns die Haut sogar vor Krankheitskeimen, Bakterien und Pilzen, die nicht so ohne Weiteres durch die Haut in den Körper eindringen können. Außerdem dient sie zur Interaktion mit unserer Umwelt. Mit unserer Haut können wir Berührungen wahrnehmen, aber auch Reaktionen zeigen, wie die berühmte “Gänsehaut”. Und nicht zu vergessen: Sie hat auch einen wesentlichen Einfluss auf die Lebensqualität und das eigene Wohlbefinden. “Sich wohlfühlen in seiner Haut” ist nicht einfach so daher gesagt, sondern die persönliche Lebensqualität ist für viele Menschen auch abhängig vom gesundheitlichen Zustand und Aussehen der Haut. 

 

 

Der Aufbau der Haut

Die Haut besteht von außen nach innen aus drei Schichten: 

  • Oberhaut (Epidermis),
  • Lederhaut (Dermis oder Corium) und
  • Unterhaut (Subcutis).

Lederhaut und Oberhaut bilden zusammen die Cutis

Zu den Bestandteilen der Haut gehören übrigens auch die Haare, Nägel, Talg- und Schweißdrüsen, weil deren Wurzeln oder lebende Zellen in die Dermis eingebettet sind. 


Die Haut ist mit einer Größe von etwa 2 m² und einem Gewicht von ca. 3 kg unser größtes Organ. Bei Übergewicht kommt noch eine Menge Fettgewebe hinzu, dann kann das Gewicht bis zu 20 kg ansteigen (!).  
Der biologische Aufbau ist immer gleich, doch ihre Beschaffenheit ist bei jedem Menschen individuell. An unserer Haut können wir nämlich ablesen, wie wir im Laufe unseres Lebens mit unserem Körper umgegangen sind und wie wir ihn versorgt haben. 
Unsere Haut ist ständig Umwelteinflüssen und Belastungen ausgesetzt. Meistens ist sie in großen Teilen von Kleidung bedeckt, was die Einwirkung von Schadstoffen aus der Luft und Temperaturschwankungen entgegenwirken mag. Aber auch die Kleidung selbst ist heute oft belastet durch Chemikalien und Reinigungsmittel, sie reibt auf der Haut, übt Druck aus und unterbindet im schlimmsten Fall eine ausreichende Durchblutung. Auf der anderen Seite können wir nur selten auf Kleidung verzichten. Gesicht und Hände sind noch größeren Belastungen ausgesetzt als der Rest des Körpers. Schadstoffe, Staub, Sonne, Kälte, Hitze – allem sind sie meist ungeschützt ausgesetzt. Hinzu kommt bei Händen noch die Belastung durch das unabdingbare Händewaschen, womöglich noch unter Verwendung von Desinfektionsmitteln. 
Damit die Haut all ihre lebenswichtigen Funktionen behält, müssen wir ihr deshalb besonders viel Pflege und Aufmerksamkeit zukommen lassen. 
 


Schönheit kommt von innen 

Viel Trinken, ausreichend Schlaf, Bewegung an frischer Luft und UV-Schutz sind wichtige Bestandteile für eine körperliche Gesundheit und unterstützen natürlich auch deine Haut. Gerade eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wirkt sich sofort auf dein Hautbild aus. Ab dem 30. Lebensjahr verliert die Haut kontinuierlich an Spannkraft und Feuchtigkeit, was sich mit fortschreitendem Alter immer weiter ausprägt. Wenn du ausreichend reines Wasser (ohne Kohlensäure) trinkst, kannst du diesem natürlichen Effekt entgegenwirken und deine Haut länger jugendlich frisch und straff aussehen lassen. Kräutertees können mit diversen Wirkstoffen den Stoffwechsel anregen oder die innere Balance fördern, was in unseren hektischen Zeiten immer wichtiger wird. Denn auch Stress ist ein Schönheitskiller. 

Auch mit unserer Ernährung können wir unsere Haut-Gesundheit beeinflussen. Wissenschaftliche Studien zeigen zunehmend, dass tierliche Lebensmittel schädlich auf die Haut wirken können, pflanzliche hingegen sehr positiv. Das liegt u.a. an den vielen antioxidativen Wirkstoffen in Pflanzen, die als Radikalfänger viel Schaden von unserem Körper abwenden können. Aber auch die bemerkenswerte Menge an Vitaminen und Spurenelementen, die in Gemüse, Nüssen, Kräutern, Obst und Co enthalten sind, fördern die körperliche Gesundheit und erhalten die Schönheit unserer Haut. 
 


Schutz und Pflege von außen  

 Es gibt eine Menge äußerer Faktoren, die deine Haut schädigen können und den natürlichen Altersprozess beschleunigen. Dazu gehören u.a. UV-Strahlung, Rauchen, Stress und zu wenig Schlaf. Besonders die UV-A-Strahlung der Sonne oder des Solariums sind für eine vorzeitige Faltenbildung verantwortlich. Rauchen reduziert die Durchblutung, was natürlich für den ganzen Körper, aber eben auch gerade für die Haut schlecht ist. Auch Stress und Schlafmangel zähle ich zu den äußeren Faktoren, auch wenn der eigentliche Schaden durch eine Reaktion des Inneren entsteht. Die Ursachen für beides liegen in der Regel in äußeren Umständen, die du auch mal unter die Lupe nehmen solltest: Wo kannst du in deinem Leben ein paar Abläufe ändern? Wo mehr zur Ruhe kommen? Kannst du den Job, dein Umfeld, dein Mind-Set ändern?  

Weitere Faktoren sind aber auch zu häufiges Waschen, falsche Reinigungsmittel, falsche Pflegeprodukte, Reizungen durch Chemikalien (Schwimmbad!) und vieles mehr. 

 

 

Was kannst du für deine Haut tun

Du kannst deiner Haut sehr viel Gutes tun, wenn du ihre Bedürfnisse kennst und respektierst und du kannst gar nicht zu früh damit beginnen.  
Eine optimale Hautpflege hängt immer vom Hauttyp ab. Fettige Haut wirkt dicker, großporig und glänzt oft fettig, da zu viel Talg produziert wird. Pickel und Mitesser kommen gehäuft vor. Bei trockener Haut ist die Talgproduktion vermindert, die Haut kann weniger Feuchtigkeit speichern, wirkt stumpf, spannt und neigt zu kleinen Fältchen. Bei Mischhaut finden sich sowohl trockene als auch ausgeglichene wie fettige Zonen, besonders im Gesicht. 
So individuell wie unsere Haut sollte auch die Pflege sein. Für trockene Haut eignet sich eine fetthaltige Creme, während bei fettiger Haut keine rückfettenden Produkte und eher leichte Texturen verwendet werden sollten.  
Auch die Wassertemperatur ist entscheidend, jeder Kontakt mit zu heißem Wasser trocknet die Haut zusätzlich aus. Daher solltest du auch besser nur kurz duschen und nicht länger als 20 Minuten baden. Bei der Gesichtspflege solltest du auf deinen Hauttyp abgestimmte Produkte verwenden und eine regelmäßige Pflegeroutine einhalten.  
Grundsätzlich freut sich jeder Hauttyp über eine zusätzliche Feuchtigkeitszufuhr, was häufig vergessen wird. So kannst du das ausreichende Trinken zusätzlich mit Wirkstoffen von außen unterstützen. Du kannst auch nicht früh genug damit beginnen, Produkte mit Vitamin E oder D, Antioxidantien und UV-Schutz zu verwenden. Damit kannst du dem Alterungsprozess der Haut frühzeitig entgegenwirken – denn rückgängig machen geht eher nicht.

Unser Organ Haut ist überaus wichtig für uns! 

Und ohne würden wir auch ziemlich komisch aussehen 😊 Außerdem sind unsere Gesundheit, unser körperliches Wohlbefinden und unsere seelische Verfassung sehr eng mit diesem Organ verbunden.  

 

 

Autorin: Anika Heinen, Kosmetikerin mit Spezialisierung auf Hautprobleme und Gründerin von Pure Skin Concept