Wie entsteht Akne

Wie entsteht Akne


Wie entsteht Akne?

Gleich zu Beginn möchte ich dich beruhigen: Nicht jeder Pickel ist gleich eine Akne. Wenn einzelne Mitesser und Pickel selten auftreten und rasch wieder abheilen, solltest du dir zwar unsere Tipps zu Herzen nehmen, um sie in Zukunft zu vermeiden, aber es droht nicht gleich eine ernsthafte Erkrankung. Denn das ist Akne: die häufigste Hauterkrankung weltweit. Und du solltest eine Akne nicht auf die leichte Schulter nehmen. 
 
Akne tritt häufig während der Pubertät oder ab dem dritten Lebensjahrzehnt auf. Nahezu jeder Mensch war/ist von Akne in unterschiedlicher Ausprägung betroffen. Vor allem und am häufigsten trifft es männliche Jugendliche. Die Areale, in denen Akne am Körper auftreten kann, sind Gesicht, Rücken, Dekolleté und Oberarme. 
 

Wie entsteht eine Akne, einfach erklärt

In kurzen Worten: Eine Akne entsteht, wenn die Talgdrüsen der Haut verstopfen. Talgdrüsen sondern Talg ab, eine fettige Substanz, die Haut und Haare „einfettet“ und somit schützt, geschmeidig hält und vor Austrocknung bewahrt. Der Talg wird in der Regel durch einen sogenannten Ausführungsgang an der Haarwurzel entlang durch die Haut nach draußen transportiert. Wenn der Körper zu viel Talg und dazu auch noch zu viele abgestorbene Hautzellen produziert, die den Gang an der Hautoberfläche verschließen, sammeln sich Talg und Zellen in den Kanälen der Talgdrüsen an und verstopfen diese durch die Bildung eines weichen Stopfens. Wird dieser größer, wölbt er sich nach außen und bildet einen hellen oder dunklen Komedonen, besser bekannt als Mitesser. Diese verstopften Drüsen können sich entzünden und aus dem Mitesser wird ein roter Pickel mit einer weißen Mitte. Eine Verstopfung mit Entzündung, die tief unten in der Drüse entsteht, wölbt sich an der Hautoberfläche als eine empfindliche rote Beule. 
 
Werden diese Entzündungen nicht behandelt, drängt der Talg ins umliegende Gewebe und der Körper reagiert mit einer noch stärkeren Entzündung, die auch das Areal um den Pickel erfasst. So entstehen weitere Komedonen, Pickel und Papeln, aber auch Zysten, Furunkel, Karbunkel und Abszesse, die zu einer schlimmen Narbenbildung führen können. 
 
Die Gründe der erhöhten Talgproduktion bei Akne sind bisher nicht vollständig aufgedeckt. Eine Anzahl von Faktoren wie Hormone, Bakterien, bestimmte Medikamente, Erbanlagen, Stress und die Art der Ernährung können jedoch eine Rolle spielen. Der Faktor Hormone spielt gerade während der Pubertät eine große Rolle. Hier fördert insbesondere der Anstieg des Androgen-Spiegels (ein männliches Sexualhormon) die Entstehung von Akne. 
 


Verschiedene Arten von Akne

Für den Betroffenen ist jeder Pickel einfach nur lästig. Aber es gibt deutliche Unterschiede in den verschiedenen Erscheinungsformungen von Akne, die ich dir hier gerne vorstellen möchte: 

 

Akne vulgaris (Acne simplex):  

Diese Art der Akne kommt mit einsetzender Hormonproduktion in der Pubertät vor. Sie wird in drei Stadien unterteilt, die den Schweregrad der Akne bestimmt. 
Das erste Stadium nennt sich Acne commedonica und man findet hier offene und geschlossene Komedonen, die sich auf dem Gesicht befinden und hier vor allem auf Nase, Kinn und Stirn. 
Das zweite Stadium wird Acne papulopustulosa genannt und auch hier findet man die offenen und geschlossenen Komedonen. Zusätzlich ist die Haut mit entzündlichen Papeln und Pusteln versehen. Bei schweren Fällen dieses Stadiums befinden diese sich auch auf Hals, Dekolleté und Rücken. Abgeheilte Pusteln lassen zum Teil auch eingesunkene Narben zurück. 
Das dritte Stadium nennt man Acne coglobate. Hier findet man zusätzlich zu dem oben genannten Hautbild auch Knoten, Zysten, Fistelkomedone, Furunkel und Karbunkel. Wenn die Entzündungen abgeheilt sind, hinterlassen sie eingesunkene oder auch wulstige Narben. 

 

Akne tarda (Erwachsenenakne):

Diese Art der Akne tritt bei rund 25% der Menschen ab dem 25. Lebensjahr auf. Bei dieser Akne-Art sind meist eher Frauen betroffen, da dies oft mit einer Hormonveränderung einhergeht. Wenn Frauen ihre hormonellen Verhütungsmittel absetzen oder eine Schwangerschaft vorliegt, wirft dies den Hormonhaushalt völlig durcheinander. Die Areale, in denen die Unreinheiten zu finden sind, liegen häufig im Kinn-, Mund- und Kieferbereich, auch finden sie sich auf dem Hals und auf Teilen des Oberkörpers. Es kann auch sein, dass sich eine Pubertätsakne (Akne vulgaris) in eine Erwachsenenakne (Akne tarda) entwickelt oder in diese übergeht. Man findet dann allerdings eher entzündliche Unreinheiten vor als beispielsweise offene und geschlossene Komedonen.  

 

Akne venenata (Kontakt-Akne):

Diese Art von Akne entsteht, wenn die Haut auf bestimmte Substanzen und Stoffe reagiert, mit denen sie regelmäßig in Kontakt kommt. Dies können beispielsweise Chemikalien oder Stoffe sein wie Chlor, Jod, Teer oder bestimmte Öle. Diese Akne ist gekennzeichnet mit vielen offenen Komedonen, teilweise aber auch Zysten und Papeln. Die so genannte Akne cosmetica gehört auch zu den Kontakt-Aknen. Sie wird durch komedogene (verstopfende) Inhaltsstoffe in Pflege- und Kosmetikprodukten ausgelöst, die die Poren verstopfen und so zu Komedonen in der Haut führen. Lässt man die verursachenden Produkte weg, bilden sich auch die Akne-Symptome zurück.  

 

Akne aestivalis (Mallorca-Akne):

Diese Akne tritt in Kombination mit einer erheblichen UV-Einstrahlung auf. Die Haut reagiert mit stark juckenden, roten Punkten und Pickelchen, oft verstärkt im Zusammenhang mit dem falschen Sonnenschutzmittel. Hier können der Fettanteil oder die Emulgatoren im Sonnenschutzmittel für eine Verschlimmerung verantwortlich sein. Nur die Körperstellen, die der Sonne ausgesetzt werden, sind von dieser Akne betroffen. Sobald man sich der Sonneneinstrahlung nicht mehr aussetzt, zieht sich diese Akne auch wieder zurück. 

 
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Autorin: Anika Heinen, Kosmetikerin mit Spezialisierung auf Hautprobleme und Gründerin von Pure Skin Concept